November 8, 2026

Von elFlirt zu Ost-Singles.de – eine Leipziger Geschichte

 

 

Christian M. Haas stand vor seinem ersten Fernsehinterview vor einem sehr praktischen Problem. Er fand das Studio nicht. Die Zeit wurde knapp und in seinem Kopf war nur noch ein Satz: „Verdammt, das geht ja gut los.“ Als er schließlich ankam, begann die Aufzeichnung sofort. Für Lampenfieber blieb ihm kaum Zeit.

Der Termin bei „Leipzig um 7“ im Juni 2013 hatte mit einer anderen Leipziger Geschichte angefangen. Eine Zeitung hatte über das erste elFlirt-Baby berichtet. Über einen Kontakt bei dieser Zeitung kam die Einladung zum Sender zustande. Ein Bericht über eine Familie führte damit zu einem Studiogespräch über die Plattform, auf der die Geschichte ihren Anfang genommen hatte. Was mit elFlirt begann, bekam später mit Ost-Singles.de eine regionale Fortsetzung. Leipzig verbindet beide Kapitel.

Was eine Familiengeschichte über Online-Dating erzählt

Wer erklären möchte, wie eine Singlebörse funktioniert, kann über Profile, Nachrichten und Suchmöglichkeiten sprechen. Ein Bericht über eine Familie setzt an einer anderen Stelle an. Er beginnt bei dem, was Menschen aus einem ersten Kontakt machen. Ein Profil kann eine Gelegenheit bieten, jemanden anzuschreiben. Danach liegen die wichtigen Entscheidungen bei den Menschen, die sich begegnen.

Das macht die Geschichte für ein lokales Publikum greifbar. Viele kennen jemanden, der einen Partner über Freunde, bei der Arbeit oder im Verein getroffen hat. Die erste Nachricht auf einer Datingplattform ist ein weiterer möglicher Anfang. Im Zeitungsbericht über das elFlirt-Baby wurde daraus eine Geschichte, die sich auch Menschen vorstellen konnten, die selbst nie ein Datingprofil angelegt hatten.

Vom Zeitungskontakt ins Studio

Haas hatte lange überlegt, ob er zusagen sollte. Ein schriftlicher Text lässt sich überarbeiten, bis die Formulierung sitzt. Im Studio folgt eine Frage auf die nächste. Man muss in dem Moment antworten, mit den Worten, die einem gerade einfallen. Beim ersten Mal weiß man außerdem kaum, wie viel Zeit zwischen Ankunft, Begrüßung und Aufzeichnung tatsächlich bleibt.

In seiner Erinnerung an das Interview bei „Leipzig um 7“ beschreibt Christian M. Haas genau diesen Wechsel. Eben noch suchte er nach dem richtigen Eingang, kurz darauf war er bereits im Gespräch. Auf der Presseseite ist auch der Originalclip verlinkt. Wer sich die Aufnahme ansieht, kann den Fernsehauftritt mit dem vergleichen, was Haas über die Minuten davor erzählt.

 

Was die Aufnahme heute für ihn bedeutet

Heute arbeitet Christian M. Haas als Datingexperte. Das Video hat für ihn auch einen ganz privaten Wert. Seine Kinder finden es witzig, ihren Papa im Fernsehen zu sehen. Er selbst muss bei manchen Antworten schmunzeln und würde einige Fragen heute anders beantworten. Gerade dieser Abstand macht den Clip interessant. Die Aufnahme hält einen bestimmten Moment fest. Die Erinnerung daran zeigt zusätzlich, was einem Jahre später davon geblieben ist.

Man kann das Video deshalb auf zwei Arten anschauen. Wer sich für die Entwicklung von elFlirt interessiert, bekommt einen frühen öffentlichen Auftritt zu sehen. Wer schon einmal vor einem ersten Interview, einer Präsentation oder einem wichtigen Gespräch stand, erkennt vielleicht den Moment wieder, in dem aus langem Überlegen plötzlich Handeln wird. Bei Haas war das der Augenblick, in dem er das Studio endlich gefunden hatte.

Wie aus dem breiten Einstieg eine regionale Idee wurde

elFlirt hatte einen breiten Ansatz. Menschen konnten online miteinander ins Gespräch kommen, auch wenn ihre Wege sich im Alltag nie gekreuzt hätten. Das erste elFlirt-Baby war für Haas ein besonders persönliches Beispiel dafür, wohin so ein Kontakt führen kann. Die Leipziger Berichterstattung gab dieser Geschichte einen Ort und ein Publikum.

Aus der Arbeit an elFlirt und später an spezialisierten Datingangeboten entwickelte sich mit Ost-Singles.de eine Plattform mit regionalem Schwerpunkt. Hier beginnt die Suche bei einer Frage, die bei einer allgemeinen Singlebörse oft erst später auftaucht: Wo können wir uns im Alltag tatsächlich treffen? Die Plattform richtet sich an Menschen in Ostdeutschland. Leipzig ist dabei einer von mehreren lokalen Einstiegen.

Was sich mit einer Region als Ausgangspunkt ändert

Wer online schreibt, kann sich zunächst ganz auf das Gespräch konzentrieren. Beim ersten Treffen wird die Entfernung plötzlich konkret. Passt eine Verabredung nach Feierabend? Ist der Ort für beide gut erreichbar? Wenn man sich wiedersehen möchte, lässt sich die Fahrt regelmäßig unterbringen? Gerade zwischen einer Großstadt und ihrem Umland kann das für beide sehr unterschiedlich aussehen.

Bei der Partnersuche in Leipzig wird aus der regionalen Idee ein konkreter Einstieg. Wer jemanden in der Nähe kennenlernt, kann das erste Treffen klein halten. Eine Runde zu Fuß oder ein Kaffee an einem Ort, den beide gut erreichen, reicht für den Anfang. Entscheidend ist, ob man nach dem Gespräch Lust hat, sich wiederzusehen.

Der Fernsehauftritt gehört damit zu einer Geschichte, die in Leipzig zweimal einen konkreten Bezug bekam. Erst war die Stadt der Ort, an dem eine Familiengeschichte den Weg von der Zeitung ins Studio fand. Heute ist sie ein lokaler Einstieg auf Ost-Singles.de. Für Christian M. Haas bleibt die Aufzeichnung auch deshalb besonders, weil sie zeigt, wie sich der Anfang damals anfühlte. Er suchte das Studio, kam gerade noch rechtzeitig an und hatte kaum Zeit, darüber nachzudenken, was aus diesem Auftritt einmal werden würde.