Aktueller Konjunkturbericht der IHKs im Freistaat
Leipzig/Dresden/Chemnitz. - Die Auswirkungen des globalen Konjunktureinbruchs haben auch die sächsische Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte 2009 hart getroffen. Vor allem der drastische Nachfragerückgang aus dem Ausland führte zu Umsatzeinbrüchen in der sächsischen Industrie – sowohl bei exportorientierten Unternehmen als auch bei Zulieferbetrieben und Unternehmen produktionsnaher Branchen. Unter diesen Vorzeichen setzt sich, verglichen mit vorangegangenen Konjunkturumfragen, der Abwärtstrend der Lageeinschätzungen fort.
Umso erfreulicher ist, dass die Geschäftserwartungen nunmehr ähnlich stark ansteigen, wie sie zur Jahreswende 2008/2009 gefallen sind. Aufgrund dieser Ergebnisse kann vermutet werden, dass die sächsische Wirtschaft vor dem Ende ihrer konjunkturellen Talfahrt steht. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Sächsischen Industrie- und Handelskammern hervor, der am 10. September in Dresden präsentiert wurde.
An der repräsentativen Befragung zur Jahresmitte beteiligten sich 1 995 Unternehmen der Wirtschaftsbereiche Industrie, Baugewerbe, Handel, Dienstleistungen und Verkehr mit mehr als 95 000 Beschäftigten.
„Dieser optimistischere Ausblick darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die sächsische Wirtschaft noch weit von einem nachhaltigen Aufschwung entfernt ist“, kommentiert Wolfgang Topf, Präsident der IHK zu Leipzig. „Vieles hängt davon ab, wie schnell die sächsische Industrie wieder auf den Wachstumspfad zurückfindet. Wir müssen die weitere Entwicklung beobachten und entsprechend reagieren. Das betrifft besonders die Sicherung der Liquidität der Unternehmen. Die aufgrund schlechterer Unternehmensbilanzen 2009 zu erwartenden negativen Auswirkungen auf das Rating dürfen die Unternehmensfinanzierung und somit die Erholung der sächsischen Wirtschaft nicht gefährden. Ebenso müssen die Bundesmittel aus dem Konjunkturpaket II seitens des Freistaates schneller abgerufen und ohne Verzögerung an die Kommunen durchgereicht werden.“
Erschwerter Zugang zu Krediten
Ein wichtiger Aspekt, insbesondere im Hinblick auf ein Anspringen der Konjunktur, ist die Finanzierung der Unternehmen. Zwar kann von einer Kreditklemme derzeit nicht die Rede sein, dennoch ist unbestritten, dass sich die Konditionen bei den Krediten der Banken in den vergangenen 18 Monaten verschlechtert haben. So hat sich der Anteil der Firmen, die davon betroffen sind bzw. deren Kredite nicht verlängert oder abgelehnt wurden, seit Jahresbeginn 2008 von 17 Prozent auf nunmehr 32 Prozent fast verdoppelt.
Stagnierende Investitions- und Personalplanung
Von Seiten der gewerblichen Investitionen wird die Konjunktur in den kommenden Monaten keine zusätzlichen Impulse erwarten können. Die Investitionsplanungen der sächsischen Unternehmen haben sich gegenüber der Jahreswende 2008/2009 (44 Prozent) nur unwesentlich verändert. So planen 42 Prozent, ihre Investitionsausgaben zu erhöhen bzw. beizubehalten. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 56 Prozent.
Aufgrund der Konjunkturkrise musste im 1. Halbjahr 2009 fast jedes vierte Unternehmen Mitarbeiter entlassen. Trotz der seit Jahresbeginn erweiterten Möglichkeiten der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld waren überdurchschnittlich viele Industrieunternehmen (35 Prozent) betroffen.
Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte 2009 haben sich die Beschäftigungsperspektiven wieder etwas entspannt. Zwar plant nach wie vor nur jedes zehnte Unternehmen, Personal einzustellen, jedoch ist der Anteil der Firmen, die ihre Mitarbeiterzahl reduzieren werden, um 6 Prozentpunkte auf 19 Prozent gefallen. Der Saldo der Personalplanun lässt dennoch einen weiteren moderaten Abbau der Beschäftigtenzahlen in der sächsischen Wirtschaft erwarten. Mit Ausnahme des Dienstleistungsgewerbes dürfte dies in allen Wirtschaftsbereichen der Fall sein.
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