Tageszeitungen im Osten stoppen vorläufig Leserschwund
Der Leserschwund bei den ostdeutschen Printmedien ist einer Umfrage zufolge vorläufig gestoppt worden. Anders als in den Vorjahren stieg 2009 der Anteil der Befragten, die mehrmals in der Woche zu einer Zeitung griffen, wieder an und erreichte 55 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Leipziger Instituts für empirische Forschung (LEIF) unter 1200 Ostdeutschen, die am Donnerstag in Leipzig vorgestellt wurde. Vor fünf Jahren hatten noch 62 Prozent der Befragten mehrmals in der Woche zur Zeitung griffen, im Jahr 2008 waren es nur noch 53 Prozent gewesen.
Nach Angaben des Soziologen und LEIF-Chefs Harald Schmidt stieg 2009 auch die Zahl der Abonnenten um zwei Prozent. «Trotz dieser kleinen Atempause für die Zeitungsverlage kann ein weiterer Rückgang der Leser von Tageszeitungen nur schwer aufgehalten werden», sagte Schmidt. Ursachen liegen seiner Ansicht nach im fehlenden Interesse. Geldmangel sei zweitrangig.
Laut Studie nutzen 27 Prozent der Nicht-Leser von Tageszeitungen andere Medien wie das Internet und kostenlose Anzeigenzeitungen. 2008 seien es 14 Prozent gewesen. 57 Prozent aller Ostdeutschen würden täglich über das Internet Nachrichteninformationen beziehen. Das sei ein Anstieg im Vergleich zum Jahr 2008 von sechs Prozent.
Die kostenlosen Anzeigenblätter gehören Schmidt zufolge zu den Gewinnern. Sie würden von 56 Prozent der Ostdeutschen regelmäßig gelesen. Im Vergleich zum Jahr 2008 habe sich der Anteil der Leserschaft um 20 Prozent erhöht.
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