Wo die Spitzensportler von morgen lernen

Knapp 2.300 Nachwuchssportler lernen in Sachsen an Schulen mit vertiefter sportlicher Ausbildung. Sie haben hier die Möglichkeit, Schule und Sport optimal miteinander zu verbinden.

Wo die Spitzensportler von morgen lernen

Knapp 2.300 Nachwuchssportler lernen in Sachsen an Schulen mit vertiefter sportlicher Ausbildung. Sie haben hier die Möglichkeit, Schule und Sport optimal miteinander zu verbinden. Im Freistaat gibt es sechs Sportgymnasien sowie sechs Mittelschulen, die mit diesen Gymnasien kooperieren. "Die Spitzensportler von morgen brauchen besondere Bedingungen, um Schule, Training und Wettkämpfe unter einen Hut zu bringen", so Sportminister Roland Wöller. Der Minister betonte, dass nur wenige Bundesländer eine ähnlich hohe Dichte an Sportschulen haben wie Sachsen.

Insgesamt wird an den Schulen in 57 verschiedenen Sportarten trainiert. Die Schulen sind jeweils auf mehrere Sportarten spezialisiert. So bietet das Sportgymnasium in Leipzig 17 verschiedene Sportarten unter anderem mehrere Ballsportarten, Judo und Rudern an. In Dresden spielen neben 12 weiteren Disziplinen die Leichtathletik und der Fußball eine große Rolle. Oberwiesenthal, Klingenthal und Altenberg wenden sich an die Wintersportler. In Chemnitz dominieren Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Gewichtheben. Knapp 200 Trainer sichern die vertiefte sportliche Ausbildung an diesen Schulen ab.

An den Sportschulen wird jedem Schüler schon während des Schultages eine Trainingseinheit ermöglicht. Die zweite Trainingseinheit findet in der Regel nach dem Unterricht im Verein statt. Die Stundentafeln der Sportschulen sind dieser hohen Belastung angepasst. Obwohl die Schüler auch außerhalb der Ferien zu Wettkämpfen und in Trainingslager reisen, unterscheiden sich ihre Abschlüsse – Abitur oder Realschulabschluss – nicht von den Abschlüssen an herkömmlichen Schulen. Es gibt allerdings die Möglichkeit, die Klassen 9/10 bzw. 11/12 über drei Jahre zu absolvieren. Den Nachwuchssportlern steht damit ein Jahr mehr bis zum Abschluss zur Verfügung. Grund dafür ist, dass die Schüler teilweise bis zur Hälfte des Schuljahres unterwegs sind. Durch individuell erstellte Aufgaben, Telefon und Internet gibt es aber auch in dieser Zeit keine absolute Pause von der Schule. Mit Einzelunterricht während der Ferien und an Samstagen muss Verpasstes auf jeden Fall nachgeholt werden.

Kultusminister Wöller sprach den Schülern seinen Respekt aus: "Ich kann mir vorstellen, wie schwierig es manchmal ist, den Leistungssport mit Algebra oder chemischen Formeln zu verbinden". Gleichzeitig dankte er den Lehrkräften an diesen Schulen. Mehr als an anderen Schulen seien hier Flexibilität und individuelles Eingehen auf die Schüler gefragt.

Der Freistaat hat in den vergangenen Jahren mehr als 100 Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau dieser Schulen gesteckt.


Schulen mit vertiefter sportlicher Ausbildung in Sachsen und Schülerzahl mit vertiefter sportlicher Ausbildung

1. Sportgymnasium Chemnitz, 365 Schüler
2. Sportmittelschule Chemnitz, 192 Schüler
3. Sportgymnasium Dresden, 415 Schüler
4. Sportmittelschule Dresden, 241 Schüler
5. Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz/Außenstelle Klingenthal, 58 Schüler
6. Seminar-Mittelschule Auerbach, 15 Schüler
7. Sportgymnasium Leipzig, 578 Schüler
8. Sportmittelschule Leipzig, 219 Schüler
9. Landkreis-Gymnasium St. Annen/Außenstelle Oberwiesenthal, 95 Schüler
10.Mittelschule Jöhstadt, 34 Schüler
11. Glückauf-Gymnasiums Dippoldiswalde/Altenberg, 64 Schüler
12. Mittelschule Geising, 18 Schüler
 





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