Wasservögel bitte nicht füttern
Aus falsch verstandener Tierliebe werden Blässrallen, Schwäne, Enten, Möwen und andere Wasservögel immer wieder gefüttert. Die Wasservögel finden aber in der Natur zu jeder Jahreszeit genügend Nahrung und sind deshalb nicht auf die Hilfe der Menschen angewiesen.
Das Füttern bringt sogar mehr Schaden als Nutzen. Badegewässer werden in Uferbereichen verschmutzt und die Wasserqualität beeinträchtigt. Bei der Vergärung von einem Kilogramm Brotresten werden anderthalb Kilogramm Sauerstoff verbraucht. Dieser Sauerstoff fehlt dann anderen Wasserbewohnern.
Meist wird an flachen Ufern gefüttert, an denen auch Kinder spielen und baden. Das Futter lockt weitere Vögel an, die dann diese Uferbereiche und das Gewässer konzentriert verschmutzen. So waren beispielsweise in den letzten Wintern große Uferbereiche des Kulkwitzer Sees durch große Mengen Vogelkots kontaminiert. Salmonellen und andere Krankheitskeime werden dadurch verbreitet. Durch das nicht artgerechte Futter und die ständige Wiederaufnahme der Krankheitserreger beim Fressen auf den verunreinigten Wiesen können die Vögel neben Durchfall auch andere schwere Erkrankungen bekommen. Das zusätzliche Futterangebot verhindert zudem die Ausbildung einer gesunden Population durch natürliche Auslese kranker und schwacher Tiere. Die darauf folgende unnatürlich hohe Dichte an Tieren kann zur Ausbreitung von Seuchen führen.
Immer, wenn zu viel gefüttert wird, verfaulen die Futterreste im Wasser. Dabei können bestimmte Bakterien Giftstoffe freisetzen, die zu Lähmungen und zum Tod großer Tierbestände führen. Durch scheinbar gut gemeinte Fütterungen im Winter werden Wasservögel dazu verleitet, nicht am Vogelzug teilzunehmen. Da kann dazu führen, dass einzelne Vögel sogar auf den heimischen Gewässern einfrieren.
Deshalb: Echte Tierfreunde füttern keine Wasservögel!
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