Vorbereitungen zum Wiederaufbau der Klinger-Treppe
Im Zusammenhang mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Wiedererrichtung der von Max Klinger entworfenen Treppenanlage im nordwestlichen Bereich des Promenadenrings werden ab kommender Woche Baumschnittarbeiten und Fällungen zwischen dem Hahnemanndenkmal und der „Runden Ecke“ ausgeführt.
Zeitgleich wird das auf dem ehemaligen Stasi-Gelände befindliche Trafohaus zum Teil abgebrochen, um Platz für die Treppenanlage zu schaffen. Die eigentlichen Treppenbauarbeiten beginnen dann im März und werden Mitte des Jahres abgeschlossen sein.
Die Treppenanlage war 1913 ab diesem Standort als Teil eines von Max Klinger konzipierten Richard-Wagner-Denkmals errichtet worden. Außer der aufwändig gestalteten doppelläufigen Jugendstiltreppe kam allerdings nur der drei Meter hohe Denkmalsockel zur Ausführung, denn Max Klinger starb 1920. Sein Entwurf für die über fünf Meter hohe Wagner-Skulptur wurde daraufhin nie umgesetzt.
Bis Ende der 1970er-Jahre blieb die Klinger-Treppe an ihrem Standort in der Promenadenanlage bestehen und wurde erst im Zusammenhang mit dem Neubau des Ministeriums für Staatssicherheit an der Großen Fleischergasse beseitigt. 1991 fand das damalige Grünflächenamt einen Großteil dieser Treppenanlage und lagerte ihn ein. Da die Treppenanlage ein wichtiger Bestandteil des Kulturdenkmals „Leipziger Promenadenring“ ist, wurde ihre Wiedererrichtung bereits 1993 in die Denkmalpflegerische Zielstellung für die Promenadenanlagen aufgenommen.
Der von Max Klinger geschaffene Denkmalsockel wurde bereits im vergangenen Winter aus dem Klingerhain, wo er sich seit 1924 befand, in die Nähe des seines geplanten Aufstellungsortes transportiert. Treppe und Sockel werden damit erstmalig in der Weise zusammengeführt wie es Max Klinger vorgesehen hatte. Nach Fertigstellung der Treppenanlage ist es vorgesehen, den dazugehörigen Teil der Promenadenanlagen auf der Grundlage der Denkmalpflegerischen Zielstellung wieder herzustellen.