Ein Kunstraum wird saniert: Fassade der HALLE 14 aufgefrischt
Die im Dezember 2008 gestartete Sanierung der ehemaligen Produktionshalle 14, die den Kunstraum HALLE 14 auf dem Areal der Baumwollspinnerei in Leipzig-Lindenau beherbergt, schreitet schneller als geplant voran. Die im Sanierungsplan für einen späteren Zeitpunkt vorgesehenen Arbeiten an der Klinkerfassade konnten vorgezogen und mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Stadt Leipzig umgesetzt werden.
In den vergangenen Monaten wurde marodes Ziegelwerk ersetzt, abgängige Fugen wurden gekittet, kaputte Fensterscheiben sowie einige Außentüren erneuert sowie mehr als ein Dutzend fehlender Fenster durch neue ersetzt. Die Fassadensanierung ist das erste im Stadtentwicklungsgebiet Lindenau / Plagwitz fertig gestellte Bauvorhaben, das zu großen Teilen über das Förderprogramm EFRE finanziert worden ist.
Die Investitionssumme beträgt rund 300.000 Euro. Das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) der Stadt Leipzig hat in enger Abstimmung mit Fördermittelgeber und Eigentümer die Maßnahme kurzfristig eingeordnet und umgesetzt. Die Leipziger Baumwollspinnerei gehört nach Einschätzung der Denkmalpflege zu den bedeutendsten Denkmalen der Textilindustrie in Deutschland.
Das 118 Jahre alte fünfgeschossige Gebäude mit einer Gesamtfläche von 20.000 m² war dringend erneuerungsbedürftig. Im Dezember 2008 beschloss der Verwaltungsausschuss der Stadt Leipzig, seine Sanierung mit Fördermitteln zu unterstützen. In drei voneinander unabhängigen Leistungspaketen soll das Vorhaben bis 2011 realisiert werden. In einem ersten Bauabschnitt war zunächst das Dach saniert worden. Die Stadt förderte die Arbeiten mit 294.000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost und dem städtischen Haushalt. Die Arbeitsgemeinschaft Leipzig (ARGE) ermöglichte für die Dachsanierung eine beschäftigungswirksame Maßnahme zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten (AGH – Entgeltvariante), bei der die stadteigene Erschließungs-, Entwicklungs- und Sanierungsgesellschaft LESG die Regie führte. Der auf die nun abgeschlossene Fassadensanierung folgende, letzte Bauabschnitt wird 2011 realisiert. Er umfasst u. a. die Modernisierung der Haustechnik und der Sanitärinstallationen. Die Stadt bemüht sich auch dafür um Fördermöglichkeiten.
Die Leipziger Baumwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft mbH als Eigentümerin des gesamten Areals widmet die gesamte Halle 14 dem Gemeinnutz. Seit 2002 arbeitet sie mit der Stiftung Federkiel für zeitgenössische Kunst zusammen, die die Umnutzung der Halle als ein nicht-kommerzielles Zentrum für zeitgenössische Kunst initiierte und die seitdem gemeinsam mit dem gemeinnützigen HALLE 14 e. V. die Nutzung der Halle als Ergänzung und Gegenpol zur zunehmend etablierten Kunstszene auf dem Areal der Spinnerei stetig weiter entwickelt. Als nichtkommerzieller Möglichkeitsraum realisiert die HALLE 14 eigene Ausstellungen, betreibt eine Bibliothek sowie das Kunstvermittlungsprojekt Kreative Spinner. Außerdem arbeitet sie mit Partnern zusammen, denen sie u. a. Ausstellungs- und Projektflächen zur Verfügung stellt. Durch die Sanierung verbessern sich die Bedingungen für die HALLE 14 deutlich. Sie ermöglicht die weitere Umsetzung des Nutzungskonzeptes, das weitere Ausstellungsflächen, Stipendiatenateliers und eine Veranstaltungsfläche sowie Werkstätten und Lager umfasst.
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