Regionales Übergangsmanagement

Regionales Übergangsmanagement Leipzig – Projektzwischenstand

Bürgermeister Thomas Fabian hat für das Projekt „Regionales Übergangsmanagement Leipzig“ Oberbürgermeister Burkhard Jung in seiner Dienstberatung eine weitere Zwischenbilanz vorgelegt.  

Regionales Übergangsmanagement

Regionales Übergangsmanagement Leipzig – Projektzwischenstand

Bürgermeister Thomas Fabian hat für das Projekt „Regionales Übergangsmanagement Leipzig“ Oberbürgermeister Burkhard Jung in seiner Dienstberatung eine weitere Zwischenbilanz vorgelegt.
Das Projekt wird von Herbst 2008 bis März 2012 als Modellvorhaben im Programm „Perspektive Berufsabschluss“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umgesetzt. Schwerpunkte bilden die Verbesserung und Weiterentwicklung der schulischen Berufsorientierung, die Sensibilisierung und Aktivierung von Eltern für die Berufsorientierung ihrer Kinder, die Steigerung der Effektivität von Übergangsmaßnahmen sowie die Optimierung des Übergangs Jugendlicher von Maßnahmen in Ausbildung beziehungsweise in eine Erwerbstätigkeit.
„Mit dem ‚Regionalen Übergangsmanagement Leipzig’ wollen wir die Chancen für Jugendliche, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, verbessern“, so Bürgermeister Thomas Fabian. „Eine Ausbildung ist nicht nur eine entscheidende Grundlage für die berufliche Zukunft, sie beeinflusst auch das Selbstwertgefühl junger Menschen in unserer Gesellschaft.“ Für die Umsetzung des Projektes bilden die „Leipziger Schulabsolventenstudien“ eine wichtige Datengrundlage. Die Längsschnittuntersuchungen verfolgen die Wege Leipziger Mittelschüler des Abschlussjahrgangs 2006/2007 sowie Leipziger Förderschüler des Abschlussjahrgangs 2008/2009 durch das Bildungs-, Ausbildungs- und Erwerbssystem. Sie werden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jugendinstitut e. V. und der Universität Leipzig durchgeführt. Die Studien stellen nicht nur eine Bestandaufnahme kommunaler Strukturen und Angebote im Übergang zwischen Schule und Arbeitswelt dar, sondern zeigen zugleich auch die Lücken und Handlungsbedarfe im Übergangssystem auf.
Die kommunale Kooperation mit den Leipziger Akteuren wird unter anderem durch die Zusammenarbeit in themenspezifischen Arbeitsforen sowie die halbjährliche gemeinsame Ausrichtung von Fachveranstaltungen charakterisiert. Neben zahlreichen Fachaustauschen wurden bislang vier Fachtagungen, wie beispielsweise „BE[nach]TEILIGUNG! Potentiale nutzen. Impulse zur beruflichen Förderung von Jugendlichen und Erwachsenen in Unternehmen“ (06.10.2009) und „Lebensplanung ohne Eltern ist wie Segeln ohne Wind“ (19./20.03.2010) ausgerichtet.
Die Arbeit der Koordinierungsstelle konzentrierte sich in der ersten Hälfte der Projektlaufzeit vorrangig auf das Themenfeld der Berufsorientierung. Ihre Verankerung im Lehramtsstudium der Universität Leipzig und im Referendariat sowie die Konzipierung und Realisierung einer Fortbildung mit Unternehmenspraktikum für Lehrkräfte wurde forciert.
Mit der Umsetzung von „komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“, einem Projekt zur Stärkenentdeckung, Berufsorientierung und Lebensplanung für Jugendliche aus Förder- und Mittelschulen ab der 6./7. Klasse, konnte ein Impuls zur frühzeitigen Verankerung und zur kooperativen Umsetzung der Berufsorientierung gegeben werden. Die Landesservicestelle Schule-Wirtschaft Sachsen und die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit griffen die Ergebnisse auf. Ziel ist die Schaffung eines Regelangebotes zur frühzeitigen Berufsorientierung in ganz Sachsen.
Im Bereich der Elternarbeit wurden Instrumente entwickelt und erprobt, um Eltern in ihrem Erziehungsauftrag zu stärken, sie für ihre Rolle im Berufsorientierungsprozess zu sensibilisieren und ihnen Informationen zur Thematik des Übergangs von der Schule in die Arbeitswelt zu vermitteln. Es entstanden eine Aktionslandkarte mit Informations- und Beratungsangeboten für Eltern zum Thema Berufsorientierung, Elternbriefe zur Thematik Übergang von der Schule in die Arbeitswelt, eine Elternbefragung zur Ermittlung der Wünsche und Bedarfe an Informationsmöglichkeiten und Beratungsangeboten sowie das Modellprojekt „Gemeinsam in die Zukunft. Elternarbeit am Übergang zwischen Schule und Arbeitswelt“ an einer Förder- und einer Mittelschule in Leipzig.
Ergänzend zu den bereits vorhandenen Angebotskatalogen zur Berufsorientierung der Regionalinitiative der Landesservicestelle Schule-Wirtschaft wurde eine Datenbank zu Förderinstrumenten, die mit Verlassen der Schule greifen, aufgebaut. Das Onlineportal schafft Transparenz, dient als Leitfaden und Arbeitshilfe für Akteure im Übergangssystem und leistet einen Beitrag zur passgerechteren Vermittlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Maßnahmen. Aktuell steht auf Basis der Datenbank die Erarbeitung eines „Wegweisers für die berufliche Zukunft“ für Jugendliche sowie einer Broschüre für Unternehmen auf dem Programm der Koordinierungsstelle.
Neben der Fortführung der gesetzten Schwerpunkte wird die Sensibilisierung von Unternehmen für benachteiligte Jugendliche ein Arbeitsschwerpunkt der Koordinierungsstelle in der verbleibenden Projektlaufzeit sein. Vor diesem Hintergrund wurde die Neuausrichtung des Berufsausbildungspreises der Stadt Leipzig „AZUBI 2010 – Erzähl uns Deine Geschichte“ unterstützt.
Mit dem Ende der Projektlaufzeit soll ein Rahmen geschaffen sein, der die kooperativ erarbeiteten Gestaltungs- und Handlungsansätze auch langfristig in der Region verstetigt. Dabei wird auch weiter auf das Engagement und das erfolgreiche Zusammenwirken der Leipziger Akteure im Übergangssystem gesetzt, um den Konzepten den notwendigen langfristigen Rückhalt zu geben.



Nachricht vom 01.07.2010
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