Kommunalwissenschaftlicher Preis der Goerdeler-Stiftung wird verliehen

Kommunalwissenschaftlicher Preis der Goerdeler-Stiftung wird verliehen

Für hervorragende Arbeiten im Bereich Kommunalpolitik und -verwaltung verleiht die Stadt Leipzig gemeinsam mit der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung am Dienstag, dem 2. Februar, im Neuen Rathaus den Kommunalwissenschaftlichen Preis. In diesem Jahr heißt die Preisträgerin Dr. Petra Pfisterer.

Kommunalwissenschaftlicher Preis der Goerdeler-Stiftung wird verliehen

Für hervorragende Arbeiten im Bereich Kommunalpolitik und -verwaltung verleiht die Stadt Leipzig gemeinsam mit der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung am Dienstag, dem 2. Februar, im Neuen Rathaus den Kommunalwissenschaftlichen Preis. In diesem Jahr heißt die Preisträgerin Dr. Petra Pfisterer.

Sie erhält die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr wissenschaftliche Arbeit, die aus rechtlicher und verwaltungswissenschaftlicher Sicht moderne Entwicklungen kommunaler Strukturen und Dezentralisierungsprozesse in Deutschland, Frankreich und im EU-Beitrittsland Bosnien-Herzegowina aufzeigt.

Die Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung
Die Kinder von Carl und Anneliese Goerdeler riefen 1995 die gemeinnützige Stiftung zum Andenken an ihre Eltern ins Leben. Stiftungszweck ist die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie Kunst und Kultur. Vorzugsweise soll diese Förderung der Stadt Leipzig zu Gute kommen. Die Stifter wollen damit einen Beitrag zur Erneuerung der Stadt im kommunalpolitischen und kulturellen Bereich leisten und zu einer Wiedergewinnung bürgerlichen Gestaltungswillens beitragen. In diesem Jahr wird der Kommunalwissenschaftliche Preis der Stiftung bereits zum elften Mal verliehen.

Dr. Carl Friedrich Goerdeler (1881 - 1945)
Dr. Carl Friedrich Goerdeler war Zeit seines Lebens ein engagierter Kommunalpolitiker. 1930 wurde er zum Oberbürgermeister von Leipzig gewählt. Obwohl Goerdeler 1933 parteilos war, konnte er zunächst als Oberbürgermeister im Amt bleiben, auch wenn er der NS-Herrschaft von Beginn an mit großer Skepsis begegnete. Als sein nationalsozialistischer Stellvertreter während seiner Abwesenheit - entgegen einer ausdrücklichen Anweisung - das Mendelssohn-Denkmal entfernen ließ, trat Goerdeler im Dezember 1936 demonstrativ von seinem Amt zurück. Von 1937 bis 1939 reiste Goerdeler oft ins Ausland, um über die Verhältnisse in Deutschland zu informieren, auf den Verlust der Rechtsstaatlichkeit und die Judenverfolgungen hinzuweisen und vor Hitlers kriegerischen Absichten zu warnen.
Während des Krieges wurde Goerdeler einer der führenden Männer des deutschen Widerstandes.
Am 2. Februar 1945 wurde Dr. Carl Friedrich Goerdeler hingerichtet.

Anneliese Goerdeler (1888 - 1961)
Anneliese Goerdeler begleitete und bejahte den opferreichen politischen Weg ihres Mannes. Sie vermittelte ihren Kindern die Vielfältigkeit des Leipziger Kulturlebens, das besonders vom bürgerlichen Selbstbewusstsein und dessen Engagement für das Gemeinwohl getragen war. Sie fühlte sich insbesondere dem Leipziger Kunsthandwerk verbunden. Ihr Interesse galt vor allem den Ausstellungen im Grassi-Museum, einem der wenigen deutschen Museen des Kunsthandwerks.
 



Nachricht vom 27.01.2010
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