Kindertagesstätte „Henriette Goldschmidt“ saniert
Nach der Sanierung des einst vom Verfall bedrohten Gebäudes durch die Bürgerstiftung, die die Tradition der ihr zugrundeliegenden Stiftungen fortführt, zog am 26. Januar offiziell wieder Leben in das traditionsreiche Kleinod in der Spittastraße 7.
„Ich freue mich sehr, dass Dank der guten Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung in der von Henriette Goldschmidt 1918 gegründete Kindereinrichtung nun wieder neue Generationen von Kindern ihre ersten Lebensjahre verbringen können und dabei natürlich auch von den pädagogischen Errungenschaften Goldschmidts profitieren. Henriette Goldschmidt steht für neue Methoden der Vorschulerziehung und Qualifizierung von Fachpersonal - Ziele, die ein wichtiger Teil der Familienpolitik Leipzigs sind“, so Oberbürgermeister Burkhard Jung zur Wiedereröffnung.
Seit Ende 2008 ist die Kindertageseinrichtung komplett und denkmalgerecht saniert worden. Für die Sanierung wurden gut eine Million Euro investiert, davon 130.000 Euro durch das Jugendamt. Eigentümer des historischen Gebäudes ist die Bürgerstiftung Leipzig. Betreiber ist das Jugendamt.
Die Fenster wurden erneuert, das Dach saniert und ausgebaut, um damit in der oberen Etage eine Nutzung als Gruppenraum zu ermöglichen. Die Haustechnik wurde komplett erneuert, die denkmalgeschützte Fassade instandgesetzt, der Fußboden saniert und das Gebäude malermäßig instand gesetzt. Die notwendigen Brandschutzauflagen wurden ebenfalls erfüllt, in diesem Zusammenhang wurden auch die beiden Fluchtwege erneuert.
Das Konzept der Einrichtung nach der Sanierung wird einen offenen Charakter haben. Das heißt, die einzelnen Räume spiegeln die sechs Bereiche des Sächsischen Bildungsplanes wieder, indem sie entsprechend mit Möbeln und bildungsfördernden Materialien ausgestattet wurden. Durch die Sanierung wurden Verbesserungen für die pädagogische Arbeit ermöglicht, im Besonderen durch die Sicherheit, die das Haus jetzt bietet. Die Kinder können sich frei im Haus bewegen und entscheiden, mit welchen Bildungsinhalten sie sich beschäftigen.
Zusätzlich zu den vergrößerten Gruppenräumen sind Nebenräume entstanden, wie zum Beispiel für das mathematisch-naturwissenschaftliche Experimentieren, ein Theaterraum, ein Bewegungsraum und vieles mehr. Darüber hinaus verfügt das Team der Einrichtung jetzt über einen Beratungsraum für ihre pädagogische Vor- und Nachbereitungszeit.
Parallel zur offiziellen Wiedereröffnung mit den an der Baumaßnahme beteiligten Akteuren aus Politik, Kultur und Wirtschaft soll der geschichtliche Stellenwert des Gebäudes hervorgehoben werden. In dem freistehenden, zweigeschossigen Gebäude wurde am 30. Dezember 1918 zur Ehren der Frauenrechtlerin und Fröbelpädagogin Henriette Goldschmidt ein Kinderheim in Leipzig eröffnet. Es galt als erstes seiner Art in der Messestadt und beherbergte 70 Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren.
1946 wurde aus dem Kinderheim ein Kindergarten. Seit dem 23. November 1995 trägt die Einrichtung den offiziellen Namen „Henriette-Goldschmidt-Kindertagesstätte“. Der 170. Geburtstag der Pädagogin war Anlass, um an diesem Tag eine Gedenktafel an der Außenfassade anzubringen.
In der Kindertageseinrichtung können heute insgesamt 60 Kinder, davon 13 Krippenkinder, betreut werden. Einige Kindergartenplätze für drei- bis sechsjährige Kinder sind noch frei und werden durch die Leiterin Pia Tschorn, Tel. 4418322, vergeben.
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