Dicke Backen durch Ziegenpeter? - Impfungen beugen vor
Dem Gesundheitsamt sind in Leipzig seit Mitte Dezember elf Erkrankungen an Ziegenpeter (Mumps) bekannt geworden. Betroffen waren zehn Kinder und ein Erwachsener. Ein achtjähriges Kind musste wegen einer durch Mumps-Viren verursachten Hirnhautentzündung im Krankenhaus behandelt werden. Zehn Erkrankte waren nicht und einer unvollständig gegen Mumps geimpft.
Mumps ist keine harmlose Kinderkrankheit. Bei der Mehrzahl der Infizierten treten Fieber und eine sehr schmerzhafte Entzündung der Speicheldrüsen auf. Insbesondere bei Jugendlichen und Erwachsenen kann es zu schweren Verläufen mit Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Eierstöcke oder der Hoden mit Unfruchtbarkeit als möglicher Folge kommen. Bis zu zehn Prozent der Erkrankten entwickeln eine Hirnhautentzündung. Dauerschäden, wie zum Beispiel Schwerhörigkeit oder sogar Taubheit, sind möglich. Etwa ein Drittel der Mumps-Infizierten bemerken selbst keine Anzeichen der Erkrankung, sie stellen aber eine Ansteckungsquelle für andere dar.
Für die Impfung steht ein gut verträglicher Dreifach-Impfstoff zur Verfügung, der auch gegen Masern und Röteln schützt. Zwei Masern-Mumps-Röteln-Impfungen verleihen einen lebenslangen Schutz. Leider wird bei Kindern und Jugendlichen insbesondere die zweite Impfung, die einen lebenslangen Schutz verleiht, häufig vergessen. Auch bei Erwachsenen zwischen 18 und 40 Jahren bestehen erfahrungsgemäß Impflücken. Das Gesundheitsamt rät deshalb, die eigenen Impfdaten zu prüfen und bei unvollständigem Impfschutz, den behandelnden Kinder- bzw. Hausarzt aufzusuchen. Wie wichtig die Impfung ist, sieht man auch bei den aktuellen Mumps-Fällen in Leipzig.
Früher war Ziegenpeter eine sehr häufige Infektionskrankheit. Bis Anfang der 1990er Jahre wurden dem Gesundheitsamt Leipzig jährlich bis über 9000 Mumps-Erkrankungen gemeldet. Mit Einführung der Mumps-Impfung hat sich diese Zahl deutlich reduziert. Zuletzt waren es maximal vier Erkrankungen jährlich.
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