Aufsuchende Hilfen für suchtkranke Menschen im öffentlichen Raum
Die Stadt Leipzig führt seit Februar das Modellprojekt „Von der Straße ins Leben – Aufsuchende Hilfen für suchtkranke Menschen im öffentlichen Raum“ durch. Grundlage dafür ist ein Beschluss der Ratsversammlung aus dem Jahr 2007, der darauf abzielt, ein Modellprojekt für aufsuchende Straßensozialarbeit für Alkoholkranke zu initiieren.
Im Rahmen des Projekts werden erwachsene Betroffene an Orten im öffentlichen Raum aufgesucht, an denen sie sich zum Alkoholkonsum treffen - insbesondere vor Supermärkten und Haltestellen. „Es soll eine frühzeitige Vermittlung in Hilfesysteme erreicht und damit langfristigen gesundheitlichen und sozialen Folgen für die Betroffenen entgegengewirkt werden“, betont Bürgermeister Thomas Fabian. „Gleichzeitig soll sich das Projekt positiv auf die Entwicklung des öffentlichen Raum auswirken und zu einer Entspannung für alle Nutzer beitragen“, ergänzt Bürgermeister Martin zu Nedden. Um das Projekt langfristig auf seine Wirksamkeit zu überprüfen, werden Befragungen im Stadtteil durchgeführt.
Mit der Durchführung des Modellprojektes wurde die Suchtzentrum gGmbH beauftragt. Seit Februar 2010 sind zwei Sozialarbeiter im Leipziger Westen unterwegs. Ihre Angebote - Beratung, Vermittlung in Behandlung, in Tagestreffs sowie Arbeit und Beschäftigung - sollen die Betroffenen motivieren, aktiv an der Änderung ihrer Situation mitzuwirken.
Das Projekt ist eingebettet in eine integrierte Stadterneuerungsstrategie im Leipziger Westen. Diese zielt u.a. auf eine stärkere soziale Durchmischung der Wohnbevölkerung und richtet sich auch an Bevölkerungsgruppen, die aufgrund ihrer individuellen Situation besondere Unterstützung brauchen. Es wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für Stadtentwicklung sowie einem städtischen Eigenanteil finanziert.