Polizeieinsatz im Stadtgebiet

Im Hinblick auf die hohe Gewaltbereitschaft, die zahlreichen Sachbeschädigungen und sechs verletzte Einsatzbeamte zeigte sich Polizeipräsident Horst Wawrzynski mit den Ereignissen des Tages unzufrieden. Was bereits in der Nacht mit Gewalt durch Linksautonome begann, setzte sich auch am Tage durch diese und durch Teilnehmer des Aufzuges der Jungen Nationaldemokraten fort, wodurch beide Seiten demokratische Grundwerte verletzten...

Polizeieinsatz im Stadtgebiet

Im Hinblick auf die hohe Gewaltbereitschaft, die zahlreichen Sachbeschädigungen und sechs verletzte Einsatzbeamte zeigte sich Polizeipräsident Horst Wawrzynski mit den Ereignissen des Tages unzufrieden. Was bereits in der Nacht mit Gewalt durch Linksautonome begann, setzte sich auch am Tage durch diese und durch Teilnehmer des Aufzuges der Jungen Nationaldemokraten fort, wodurch beide Seiten demokratische Grundwerte verletzten.

Der Zulauf zu dem angemeldeten Aufzug der Jungen Nationaldemokraten begann bereits in den Morgenstunden. Gegen Mittag befanden sich ca. 400 Teilnehmer am Sammelort an der Eisenbahnstraße Ecke Portitzer Straße. Aufgrund des stetigen Zulaufes und den damit verbundenen Kontrollmaßnahmen, verzögerte sich der Beginn des Aufzuges. Die Zahl der Demonstranten erhöhte sich bis 15.00 Uhr auf ca. 1350. An den zahlreichen friedlichen Gegenveranstaltungen, welche im Vorfeld von Interessengemeinschaften bei der Stadt Leipzig angemeldet wurden, nahmen schätzungsweise 2500 bis 3000 Personen teil.

Diese Veranstaltungen verliefen im Sinne von OBM Burkhard Jung und Polizeipräsident Horst Wawrzynski „Leipzig ist bunt, Leipzig ist schön, Leipzig ist friedlich“.

Leider mischten sich unter die friedlichen Veranstaltungsteilnehmer auch Stimmen, welche diesem Motto nicht Rechnung tragen wollten.

Bereits in der Nacht kam es im Stadtteil Connewitz zu Auseinandersetzungen mit Personen der linksautonomen Szene. Kurz vor Mitternacht versammelten sich über 200 Gewaltbereite auf dem Connewitzer Kreuz, errichteten Straßensperren und zündeten Müllcontainer an. Sie bewarfen eintreffende Kräfte der Bereitschaftspolizei sofort mit Glasflaschen und Steinen, wodurch sieben Einsatzfahrzeuge beschädigt wurden. Im weiteren Verlauf zündeten die Randalierer drei in der Prinz-Eugen-Straße geparkte Pkw an. Einer dieser Pkw brannte vollständig aus, die anderen beiden wurden stark beschädigt. Desweiteren zogen die Chaoten, die sich mittlerweile in zahlreichen Kleingruppen aufgesplittert hatten, durch die angrenzenden Straßen und zerschlugen Schaufensterscheiben im Bereich des Connewitzer Kreuzes sowie der Südvorstadt.

Die Ereignisse der Nacht setzten sich auch am Tage fort. Unter dem Deckmantel der friedlichen Demonstration schlossen sich mehrere gewaltbereite Personen, welche ebenfalls der linksautonomen Szene zuzuordnen waren, zusammen. Sie beschädigten Verkehrseinrichtungen, schoben Container auf die Straße und zündeten diese zum Teil an. In Kleingruppen suchten sie den offenen Konflikt zu eingesetzten Polizeibeamten, indem sie diese mit Steinen bewarfen.

Einen ebenso unfriedlichen Verlauf nahm der angemeldete Aufzug der Jungen Nationaldemokraten. Aufgrund des durch den Veranstalter nicht erwarteten starken Zulaufes von Gleichgesinnten standen anfänglich nicht ausreichend Ordner zur Verfügung. Folglich verzögerte sich der Beginn der Veranstaltung. Dadurch verbreitete sich in der Masse zunehmend Unmut, welcher dazu führte, dass diese aus ihrer Mitte Flaschen, Stangen, Steine und Feuerwerkskörper auf die vor Ort eingesetzten Polizeibeamten warfen.

Durch diese Handlungsweise entzogen die Werfenden die dem Aufzug verfassungsrechtlich gebotene Friedlichkeit, weshalb kurzzeitig der Einsatz der Wasserwerfer notwendig wurde. Letztlich musste der Aufzug durch den Polizeiführer gegen 16.00 Uhr aufgelöst werden. Aufgrund der vorangegangen Straftaten erfolgte eine Feststellung der Personalien aller Teilnehmer, weshalb sich der Abgang bis 21.30 Uhr hinzog. Mit Beendigung des Aufzuges lösten sich auch die restlichen Gegenveranstaltungen auf. Jedoch schlossen sich immer wieder vermeintlich gewaltbereite Linksautonome zu kleinen Gruppen zusammen und beschäftigten die Einsatzkräfte bis in die späten Abendstunden.

Insgesamt wurden im Einsatzverlauf 114 Personen beider Seiten in Gewahrsam genommen. Mit Wegfall der Gewahrsamsgründe begann die Entlassung der Betroffenen. Neben den in der Nacht festgestellten Sachschäden wurden am Tag bislang zehn abgebrannte Müllcontainer, drei umgestoßene Pkw, ein beschädigter Reisebus der rechten Demonstrationsteilnehmer sowie zahlreich eingedrückte Zäune registriert.

Unterstützung erhielt die Leipziger Polizei durch mehrere Bereitschaftspolizeihundertschaften aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und aus Rheinland-Pfalz sowie der Bundespolizei.

Oberbürgermeister Burkhard Jung und Polizeipräsident Horst Wawrzynski bedanken sich ausdrücklich bei allen friedlichen Versammlungsteilnehmern und bedauern die durch Gewalttäter verursachten Schäden an privatem Eigentum. (PD Leipzig)



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