Gedenken an Universitätskirche
44. Jahrestag der Sprengung
Am Mittwoch ist der Sprengung der ehemaligen Universitätskirche am 30. Mai 1968 gedacht worden. Aus diesem Anlass läuteten um 10 Uhr die Kirchen der Innenstadt für rund zehn Minuten. Das Aktionsbündnis »Neue Universitätskirche St. Pauli«, die Stiftung Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig und der Paulinerverein e.V. luden die Bürger zu einer Gedenkstunde auf dem Augustusplatz ein. Gemeinsam erinnerten sie an die Sprengung der Kirche vor 44 Jahren.
»Man hat uns schwere Strafen angedroht, wenn wir uns aus den Universitätsräumen entfernen, um die Sprengung anzusehen. Unser Institut war damals in der Talstraße, doch einige wenige Kommilitonen und ich sind trotz alledem aus der Vorlesung raus und bis zum Augustusplatz gekommen. Wir haben hinter der Absperrung gestanden und voll Wut und Ohnmacht die Sprengung hautnah miterlebt. Der riesen Knall, die Detonation, Rauchwolken und dann stürzte die Universitätskirche in sich zusammen«, sagte der ehemalige Geophysik-Student und Mitglied vom Aktionsbündnis »Neue Universitätskirche St. Pauli« Rainer Fornahl.
Auch über den Wiederaufbau der Universitätskirche wurde gesprochen. Um Sinn oder Unsinn dieses Projektes war in Leipzig jahrelang gestritten worden.
»Es hat mit politischen oder religiösen Gründen nichts zu tun. Man wollte gemeinsam die alte Universität, die ja durch die sozialistische Kaderschmiede faktisch ersetzt wurde, im neuen Gewand und mit neuer Funktionalität wieder errichten. Und zur Universität gehörte und gehört schlicht und einfach die Universitätskirche St. Pauli«, erklärte Fornahl.
Anschließend veranstaltete die Universität Leipzig eine Gedenkstunde im Neuen Augusteum. Es beinhaltet das Auditorium Maximum und soll nach Fertigstellung das Hauptgebäude der Universität werden. Das Paulinum wiederum soll zukünftig das geistige und geistliche Zentrum der Universität sein. Die endgültige Fertigstellung des neuen innerstädtischen Universitätscampus` ist voraussichtlich im Jahr 2013.
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