mit dem Rollstuhl die Treppe runter
Behindertenverband macht Problem am Stadthafen deutlich
Der zukünftige Leipziger Stadthafen ist noch nicht fertig, am Kai stehen und aufs Wasser schauen kann man schon jetzt. Vorausgesetzt natürlich, man gelangt dorthin. Hier gibt es ein Problem, auf das am Donnerstag Angehörige des Behindertenverbandes und körperlich Behinderte aufmerksam machten:
Treppen gibt es, eine Rampe für Rollstühle, Kinderwagen und Rollatoren sucht man aber vergeblich. Die Betroffenen sind verärgert, dass Stadtplaner und Genehmigungsbehörden nicht an sie gedacht haben. Sie verweisen auf §50 der sächsischen Bauordnung.
»Technische Bauwerke, die dem öffentlichen Bereich dienen, dazu gehören Freizeiteinrichtungen wie diese hier, die müssen barrierefrei zugänglich sein. Für Rollstuhlfahrer, für ältere Menschen, die mit dem Rollator unterwegs sind, für Kinder und für Leute, die den Kinderwagen schieben«, sagte Gunter Jähnig vom Behindertenverband Leipzig.
Das Datum der kleinen Protestaktion war natürlich nicht zufällig gewählt. Unter dem Motto »Inklusion beginnt im Kopf« fand am Donnerstag der europäische Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt.
Im Fall Stadthafen immerhin soll es übernächste Woche ein klärendes Gespräch geben. An anderer Stelle ist Leipzig vorbildlich: das Blindenleitsystem in der Innenstadt zum Beispiel ist in Sachsen bislang einmalig.
»Es ist unwahrscheinlich viel Positives passiert, aber es muss einfach nur mehr passieren. Und manchmal ist das Problem einfach, dass man mehr hätte erreichen können, wenn man frühzeitig die Fachleute mit einbezogen hätte«, so Jähnig weiter.
Es ist also beileibe nicht alles schlecht, zu tun gibt es aber immer noch reichlich in Leipzig.
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