IHK-Vollversammlung
Auf der gestrigen Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig wurde Frau Annekatrin Michler (49) zur neuen Vizepräsidentin gewählt. Die Inhaberin des Leipziger Unternehmens „Training – Coaching – Businesstheater“ ist seit dem Jahr 2000 Mitglied des regionalen Unternehmerparlamentes und zudem im Fachkräfte- und Weiterbildungsausschuss der Leipziger IHK engagiert. Wolfgang Topf, Präsident der IHK zu Leipzig, zur Wahl: „Wir gratulieren Frau Michler auf das Herzlichste und freuen uns auf ihre tatkräftige Mitarbeit sowie Expertise im höchsten Gremium des IHK-Ehrenamtes.“ Das IHK-Präsidium setzt sich in der aktuellen sechsten Wahlperiode aus dem Präsidenten und bis zu acht Vizepräsidenten zusammen.
Umweltzonenverfahren unakzeptabel
Die IHK-Vollversammlung stellt sich geschlossen hinter die vom „Aktionsbündnis gegen die Einführung einer Umweltzone in der Stadt Leipzig“ verabschiedete Resolution. Darin kritisiert das Aktionsbündnis die Vorgehensweise der Leipziger Verwaltungsspitze bei der Überarbeitung des Luftreinhalteplans und fordert unter anderem die sofortige und transparente Offenlegung aller Ergebnisse der Neuberechnung. „Es ist auch schwer nachzuvollziehen, dass die Stadt Dresden, die mit ähnlichen Rahmenbedingungen aufwartet, konstruktivere Lösungswege gefunden hat. Wir vermissen nach wie vor den Willen und den Einsatz der Verantwortlichen der Stadt Leipzig, Schaden von seinen Bürgern und der Wirtschaft abzuhalten“, so Wolfgang Topf zur Vorgehensweise rund um die geplante Umweltzone. Spätestens im Februar 2010 muss der überarbeitete Luftreinhalteplan bei der EU-Kommission in Brüssel vorliegen.
Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt nutzen
Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) verschärfen sich die Finanzierungsprobleme der Wirtschaft trotz konjunktureller Lichtblicke weiter. Wolfgang Topf: „Die Auftragseinbrüche und Umsatzrückgänge aus dem Jahr 2008 werden sich erst jetzt in den Bilanzen widerspiegeln. Damit werden die Ratings schlechter und die Kredite noch teurer. In Hinblick auf das heutige Wirtschaftstreffen im Kanzleramt sollte auch darüber gesprochen werden, die bisherigen Ratingverfahren für diese angespannte Krisenzeit auszusetzen. Das ist in anderen europäischen Ländern bereits der Fall.“
Auch die Unternehmen im Kammerbezirk Leipzig (Stadt Leipzig, Landkreis Nordsachsen, Landkreis Leipzig) sind betroffen. In einer Unternehmensbefragung der IHK zu Leipzig gab bereits zur Jahresmitte 2009 ein Viertel der befragten Betriebe an, dass sich die Kreditkonditionen verschlechtert haben. Unternehmen sollten deshalb verstärkt die Förderinstrumente des Staates nutzen. Dies sind unter anderem Mittel aus dem bis Ende 2010 verlängerten Mittelstandsstabilisierungsprogramm des Freistaates Sachsen, die gelockerte GA-Förderung für Investitionen zum Erhalt von Arbeitsplätzen sowie die Programme der Bürgschaftsbank Sachsen und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
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