Philippuskirche hat neuen Besitzer
Berufsbildungswerk kauft Lindenauer Kirche
Die seit zehn Jahren ungenutzte Philippuskirche in Lindenau hat einen neuen Besitzer. Das Berufsbildungswerk Leipzig will den Gebäudekomplex zu einem Integrationshotel mit Restaurant und offenem Kirchsaal für Veranstaltungen ausbauen.
»Menschen mit Beeinträchtigung, die in diesen Betrieb kommen, werden Arbeitsangebote entsprechend ihrer Fähigkeiten erhalten, so dass sie sich entsprechend ihrer Stärken einsetzen können. Wir werden nicht defizitorientiert oder kompensatorisch arbeiten, sondern jeder Mensch hat eine Begabung Gottes, die er auch am Arbeitsplatz hat, die wir hier natürlich fördern und erwecken wollen«, erklärt Arvid Schaub, der Geschäftsführer des Berufsbildungswerks.
Dabei möchte man sich nicht von den Kirchgemeinden lösen, sondern das Gotteshaus bewusst im Sinne seines Namensgebers nutzen.
»Philippus war kein hervorragender Politiker oder Rhetoriker, sondern man könnte fast sagen: ein Bürger Leipzigs wie du und ich. Er hat zu seinen Bekannten gesagt: Komm und sieh dir an, was hier passiert und was Jesus macht. Und genauso einfach werden wir hier Angebote gestalten und die Türen öffnen, damit man sich das hier ansehen, staunen und sich darüber freuen kann, wie sich dieses Objekt weiterentwickeln wird«, erklärt Schaub weiter.
Das Gebäude in seiner Bauweise ist dafür ganz besonders geeignet. Es besteht eine Einheit aus dem Gemeindehaus und der Kirche, deren Inneres außergewöhnlich kreisförmig angelegt ist.
»Ich finde, dass die Kirche selber einen besonderen Genius Loci hat, der einen auch ergreift. Man spürt das Runde, die Harmonie, und in gewisser Weise das Weiche. Man spürt aber auch, dass hier etwas anders, dass hier alles auf einer Ebene ist« erklärt die Architektin Barbara Brakenhoff fasziniert.
Viele kleine Einzelheiten machen den Charme dieser 100 Jahre alten Kirche aus.
»Ich gestehe, dass ich das, obwohl ich schon lange als Architektin arbeite, zum ersten Mal gesehen habe: ein Leuchter, der für Gas und Strom gleichzeitig konstruiert war. Man wusste ja damals nicht, ob das »geniale Zeitalter Strom« wirklich kommt, oder ob das ein Gerücht ist«, erzählt Barbara Brakenhoff weiter.
Zum Tag der Architektur am Samstag kann sich jeder selbst ein Bild von diesen Besonderheiten und den Plänen des Berufsbildungswerks machen. Die Kirche steht, wie viele andere Gebäude auch, zur Besichtigung offen.
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