Andacht für Drogenopfer
»Brücken zu den Menschen bauen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind«
Andacht in der Nikolaikirche für Drogenopfer. Der nationale Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige wird seit 1998 am 21. Juli begangen, um Angehörigen, Eltern und Freunden von Menschen, die durch Drogen den Tod fanden, Trost zu spenden und Kraft zu schenken. Pfarrerin Ulrike Franke sprach in ihrer Andacht darüber, dass man Gespräche und Verständnis fördern müsse. In Leipzig herrscht zur Zeit eine große Debatte über die Drogenszene, da Abhängige immer öfter auf kriminelle Mittel zurückgreifen, um ihre Drogen bezahlen zu können.
»Die Reaktion der Polizei im Augenblick ist, die Drogenabhängigen bzw. die Szene aus den Stadtvierteln, Schulen und Kindergärten zu vertreiben. Aber ich denke, wenn man sie vertreibt, gehen sie woanders hin und da wird es auch wieder Ärger geben. Ich denke, es geht eher darum, sich zusammenzusetzen und zu schauen, dass man sich verständigt, um damit auch den Menschen - die ja auch weit aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind - helfen zu können; auch Brücken zu bauen, damit sie wieder in die Gesellschaft hineinfinden. Und wenn es sehr gut läuft, dass sie auch substituieren oder sogar wegkommen von den Drogen«, sagte Ulrike Franke, Pfarrerin.
Der Gedenktag wurde von einem Elternbund ins Leben gerufen, die das Thema um verstorbene Kinder und Jugendliche durch den Konsum von Drogen und deren Folgen in der Gesellschaft wieder wachrütteln wollen. Es soll ein eindeutiger Appell an die Politik gesendet werden, diesen Menschen zu helfen, die in großer Not sind und sich am Rand der Gesellschaft befinden.
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