KWL-Skandal: UBS-Geschäfte hatten offenbar Methode
Neue Erkenntnisse im KWL-Skandal. Offenbar scheint die UBS-Bank tiefer in die Geschäfte verwickelt gewesen zu sein als bisher angenommen, das teilte die Stadt am Mittwoch mit. Führende UBS-Mitarbeiter sollen am Zustandekommen der CDO Geschäfte mitgewirkt haben.
»Dabei ging es von Anfang an um was ganz anderes - die Bank wollte nämlich ihre eigenen Risiken auf die kommunale Ebene verlagern. Man brauchte die Kommunen, die kommunale Ebene, als Bürgen für die eigenen Geschäfte«, erklärte OBM Burkhard Jung.
Das ist allerdings noch nicht alles. So wurde das CDO-Geschäft nicht nur den kommunalen Wasserwerken angeboten, teilte Jung mit:
»Die UBS-Mitarbeiter, die hier im sogenannten Deal Team unterwegs waren, haben nicht nur Herrn Heininger angesprochen, sondern offensichtlich eine Vielzahl von weiteren kommunalen Firmen und Unternehmen. Sie waren also in ganz Europa unterwegs. Aus Zürich ist uns bekannt, dass dort ein fast analoges Geschäft angeboten wurde, der Geschäftsführer aber nein gesagt hat.«
Das Verfahren wird jetzt vor dem High Court of Justice in London verhandelt. Trotz umfangreicher Ermittlungsarbeiten bleiben immer noch viele Fragen unbeantwortet, die das Gericht jetzt klären muss. Noch einmal OBM Jung:
»Wie war es möglich, dass sich die Banken im vorliegenden Fall mit Unterschriften der damaligen Geschäftsführer zufrieden gaben? Wie war es möglich, dass man sich ohne Gremienbeschlüsse - trotz anderer Richtlinien - zufrieden gegeben hat? Wie war es möglich, dass man überhaupt ein solch risikobehaftetes Geschäft empfohlen hat?«
Die Stadt Leipzig wird ihre Klage vor dem Landgericht weiterhin aufrecht erhalten. Nach Aussage von Burkhard Jung werde man alles tun, um die 290 Mio. Euro nicht zahlen zu müssen.
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