Wie geht ein Musiklabel?
Campus Records fördert musikalische Talente und junge Medienmacher in Leipzig.
Ein neues Projekt der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig schickt sich an, die Welt der Musik mit frischen Tönen zu beleben. Das seit Mitte Januar diesen Jahres offiziell gegründete Musiklabel „Campus Records“ wurde am Fachbereich Medien von Prof. Dr. Uwe Kulisch und Kai-Thorsten Buchele initiiert. Die von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig unterstützte ambitionierte Neugründung setzt auf junge Medienmacher. „Wir wollen mit den jungen Menschen, die in diesem Projekt stecken, völlig neue, alternative Wege gehen“, so Professor Uwe Kulisch. Eine Hand voll engagierter Studenten arbeitet dafür hart mit einer Auswahl junger Bands aus dem Rock- und Popbereich in Leipzig und Umgebung. Einer der Mitbegründer von Campus Records ist Sven Freitag, Student der Medientechnik an der HTWK Leipzig, im vierten Semester. Er hat die schwierigsten Phasen der konzeptionellen Umsetzung miterlebt und weiß so einzuordnen, welche Schwierigkeiten damit verbunden sind: „Es galt, einen gewaltigen Berg an Anmeldungen, Verträgen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu erledigen, noch bevor wir überhaupt über die erste Band oder die erste Single unter dem Namen Campus Records nachdenken konnten.“ Aber, wie immer ist der Weg das Ziel. Studenten sollen in ihrem Musiklabel Erfahrungen im Musikbusiness sammeln und diese an Studierende jüngerer Semester weitergeben. „Damit werden Lerner zu Lehrern und die Kontinuität des Projektes kann langfristig gesichert werden“, ordnet Kai-Thorsten Buchele die Zielstellung von Campus Records ein.
Im Vorfeld bemühte sich das Team um erfahrene Partner aus der Musikwelt. So konnte beispielsweise Prinzen-Frontmann Tobias Künzel für den Auftaktworkshop in der Villa Ida gewonnen werden. Im Gründungsworkshop von Campus Records, Mitte Januar, erläuterte er ausgewählten Teilnehmern die Zutaten für einen erfolgreichen Popsong und stellte sich als Initiator gern zur Verfügung: „Ich schubse und ihr rollt“.
Workshop-Teilnehmerin Stefanie Katt findet es sehr lohnenswert, wenn „ein solch gefragter Mann im Musikbusiness wie Tobias Künzel sich Zeit nimmt für uns.“ Das motiviert natürlich am gemeinsamen Traum eines innovativen Labels in Leipzig. „Wir möchten nachhaltig den Standort Leipzig in der Audioproduktion stärken. Campus Records soll allen interessierten Studenten dabei eine Plattform bieten, in der sie sich frei engagieren können und unmittelbar an der Realisierung eigener Ideen mitwirken“, so Sven Freitag.
Seit der Gründung des Labels im Januar ist viel passiert. Vor allem die Frage der Finanzierung bereitete dem Team einiges Kopfzerbrechen. Zwar wurde die Gründung des Labels durch die Hochschule vorfinanziert, aber perspektivisch soll und muss Campus Records auf eigenen Füßen stehen können. Deshalb wird noch in diesem Frühjahr die erste (hoffentlich hitverdächtige) Single veröffentlicht. Einnahmen aus dieser Produktion werden dann in neue Projekte gesteckt und sollen das Label langfristig finanziell unabhängiger positionieren. Um am Markt erfolgreich zu sein, kann sich das junge Label in Zeiten sinkender CD-Verkäufe nicht nur auf bereits von anderen geebneten Pfaden bewegen. „Wir setzen auf junge Menschen, die auch neue Wege hinsichtlich Produktion und Vermarktung gehen wollen“, erklärt Prof. Dr. Uwe Kulisch. Solche Ideen können und sollen im Projekt entwickelt und erforscht werden. Dafür arbeitet das Team derzeit eng mit mehreren Bands zusammen.
Um das Erscheinungsbild der Musiker nach außen zu optimieren, kümmert sich das Team von Campus Records auch um Internetauftritte und andere imagebildende Maßnahmen. Mit einer breiten Palette an Leistungen soll so jungen Nachwuchsbands mit einem „Rundumsorglos-Paket“ der Weg ins Musikbusiness geebnet werden. Trotz oder gerade weil Campus Records als studentisches Projekt so anders als andere Musiklabels sein kann, ist das Interesse zur Kooperation bei den angefragten Bands groß, bekommen sie doch Produkte in hochwertiger, ansprechender Form - ganz ohne Knebelverträge.„Endlich haben wir die Möglichkeit, umzusetzen, was theoretisch in Vorlesungen abgehandelt wird. Wir tun das, was andere nur predigen“ erklärt Sven Freitag die praxisnahe Ausbildung im Zuge von Campus Records. Dabei läuft die Mitarbeit beim Label auf freiwilliger Basis. Neben den zahlreichen Bandanfragen hat das junge Label auch bereits seinen ersten Praktikanten. Ein Nachweis dafür, welchen Namen sich Campus Records bereits gemacht hat. Das gute Image soll ausgebaut und die Beziehungen zu Förderern aufrecht erhalten werden. Wichtig ist dem Team eine qualitativ hochwertige Produktion. Die studentischen Mitbegründer sehen in der Labelarbeit viele positive Aspekte. „Es geht uns darum,
den Aufbau von etwas ganz neuem mit zu gestalten. Praxisnähe in der Kommunikation mit Künstlern, Audioproduktion und Vermarktung spielen dabei eine große Rolle“, so Freitag. Campus Records muss sich nun nach seinem ambitionierten Auftakt als feste Größe im stark umkämpften regionalen und nationalen Musik-Markt etablieren. Dafür braucht die Initiative starke Partner: „Wir sind fest davon überzeugt, dass in Kooperation mit der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig hier ein neues Aushängeschild in der Musik- und Medienbranche etabliert werden kann – durch die praxisnahe Ausbildung von und für junge Medienschaffende“, daran glaubt Kai-Thorsten Buchele.
Weitere Informationen/Kontaktaufnahme: www.campus-records.de