Spätmittelalterliche Schnitztechnik
Fachleute aus Aachen referieren zu Besonderheiten von Geweihleuchtern
Die Fakultät Medien der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) lädt am Dienstag, 17. Mai 2011, herzlich zu einem Vortrag über spätmittelalterliche Schnitztechnik und die Besonderheiten von Geweihleuchtern in den Hörsaal 121 des Geutebrück-Baus, Karl-Liebknecht-Straße 132, ein. Der Vortrag beginnt 19 Uhr; alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.
Im ersten Teil der Veranstaltung gibt die Aachener Kuratorin Dr. Dagmar Preising einen Einblick in die Bedeutung von Geweihleuchtern. Diese bestehen aus einer Kombination von Holzskulptur mit Wappenschild und Geweih, kamen im 14. Jahrhundert nördlich der Alpen auf und erfreuten sich bis in die Zeit des Barock großer Beliebtheit. Sie waren repräsentative Ausstattungsgegenstände in Rathäusern, Kirchen, Burgen und Schlössern sowie reichen Bürgerhäusern und kamen in der Variante der Leuchterweibchen am häufigsten vor. Deren einstige Bedeutung zeigt Dr. Dagmar Preising auf, indem sie unter anderem Form, Ikonografie und Symbolgehalt skizziert.
Michael Rief, Restaurator am Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, gibt in seinem Vortrag »dz brustbild zu dem hirtzenhorn« einen komprimierten Überblick über die Herstellungstechniken spätmittelalterlicher Holzskulpturen nördlich der Alpen. Berücksichtigung finden dabei unter anderem die Aspekte Holzauswahl, Schnitzwerkzeuge, Aushöhlen und Trocknen sowie Anlegen der Binnenformen. Hiervon ausgehend folgen die Besonderheiten der Geweihleuchter-Figuren und -Büsten, beispielsweise rückseitige Ausnehmungen zur Befestigung der Geweihe, Verwendung von Schrauben und Nägeln sowie schmiedeeiserne und gegossene Teile aus Bronze und Messing.
Die Referenten kuratierten die Ausstellung »Artefakt und Naturwunder – Das Leuchterweibchen der Sammlung Ludwig«, die von Februar bis April 2011 in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen zu sehen war.
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