Kunst und Fälschung in der Neogotik

Aachener Fachleute referieren über Kölner Bildhauer

Am Mittwoch, 23. November 2011, lädt die Fakultät Medien der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) zum zweiteiligen Vortrag »Der Kölner Bildhauerrestaurator Richard Moest (1841-1906)« in den Hörsaal G119 des Geutebrück-Baus, Karl-Liebknecht-Straße 132, ein. Beginn ist 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Kunst und Fälschung in der Neogotik

Aachener Fachleute referieren über Kölner Bildhauer

Am Mittwoch, 23. November 2011, lädt die Fakultät Medien der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) zum zweiteiligen Vortrag »Der Kölner Bildhauerrestaurator Richard Moest (1841-1906)« in den Hörsaal G119 des Geutebrück-Baus, Karl-Liebknecht-Straße 132, ein. Beginn ist 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Zunächst widmet sich Dr. Dagmar Preising vom Suermondt-Ludwig-Museum Aachen dem Wirken und Schaffen des Holzbildhauers Richard Moest. Er war Holzbildhauer, Restaurateur und Sammler vornehmlich mittelalterlicher Skulptur sowie von Mobiliar der Spätgotik und Renaissance und leitete in Köln einen großen Werkstattbetrieb, der zahlreiche Schnitz- und Restaurierungsaufträge für Kirchen ausführte. Der Vortrag stellt einen charakteristischen neogotischen Bildschnitzer mit den verschiedenen Aspekten seiner das Mittelalter wieder belebenden und zugleich neu erfindenden Tätigkeit vor. Der in seiner Zeit sehr bekannte Kunsthandwerker und Künstler Richard Moest, der nach seinem Tod weitgehend in Vergessenheit geraten und aus heutiger Sicht bisweilen eher kritisch zu beurteilen ist, wird im Kontext anderer zeitgenössischer Bildschnitzer und Sammler diskutiert und seine Bedeutung im Rahmen der neogotischen Weltanschauung heraus gearbeitet.

Die künstlerische Strömung der Neogotik bescherte Mitteleuropa im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert eine wahre Flut von eigenständigen und imitierenden oder gar exzellent gefälschten Kunstwerken. Die brillante handwerkliche Manier erschwert für Kunsthistoriker und Kunsttechnologen die Beurteilung, ob es sich bei bestimmten Werken um authentisch spätmittelalterliche oder Nachahmungen handelt. Das zeigt Michael Rief, Restaurator am Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, im zweiten Teil des Vortrages. So wurden beschädigte spätgotische Holzfiguren in heute kaum vorstellbarem großem Selbstverständnis mit weitreichenden schnitzerischen Ergänzungen versehen oder bildhauerisch überarbeitet und damit nach damaligem Verständnis »verbessert«. An der Person und den Werken von Richard Moest wird die Problematik, schnitzerische und fassungstechnische Ergänzungen mit stilkritischen und naturwissenschaftlichen Mitteln zu identifizieren, exemplarisch vorgeführt.
 



Nachricht vom 15.11.2011
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