sie sind überall
Geocacher auf der Suche nach verborgenen Schätzen
Es raschelt im Unterholz. Wer da wohl durch den Wald schleicht? Ein Tier ist es jedenfalls nicht. Ach, es ist ein Geocacher. Die sieht man immer häufiger. Gut getarnt, aber doch auffällig immer mit Handy oder GPS-Gerät in der Hand, läuft er durch den Wald und sucht kleine Dosen.
»Das schöne am Geocachen ist, dass man neue Orte und Städte kennenlernt. Ich sehe Dinge mit ganz anderen Augen, obwohl ich diese Orte schon immer gesehen habe, aber beim Suchen entdeckt man vieles neu und das macht Spaß. Und wenn man mal nichts zu tun hat, kann man einfach das Handy nehmen und einen Cache suchen. So hat man immer einen Zeitvertreib und kann immer etwas erleben«, erklärt Geocacher Thomas Hammer.
Die Welt ist voller kleiner oder größerer wasserdichter Plastikdosen. Rund 1,8 Millionen dieser Schätze sind weltweit versteckt. Man muss sie nur finden - aber wie?
Natürlich mithilfe der GPS-Koordinaten der Verstecke. Und die bekommt man entweder von der Geocaching-Webseite oder durch spezielle Geocaching-Handy-Apps. Das Handy zeigt dann Richtung und Entfernung bis zum Ziel an. Die Suche kann also beginnen.
Aber aufgepasst, ein Geocacher lässt sich beim Suchen nicht gern von Nicht-Cachern, den sogenannten Muggeln beobachten, denn die haben ja keine Ahnung und könnten die Dose entwenden. Das heißt dann in der Fachsprache »der Cache wurde gemuggelt«.
Auf diese Weise findet man zumindest die sogenannten Traditional-Caches. »Tradis« sind Caches, die man einfach nur finden muss.
»Manchmal sind diese auch unter Brücken oder auf Dächern. Man muss wirklich an Orte gehen, wo man noch nie vorher war und das mit Spannung. Es ist ein schönes Gefühl, einen Schatz zu finden. Es macht wirklich richtig Spaß und es macht auch süchtig, ich mach das gern«, so der Geocacher weiter.
Es gibt aber auch Multi-Caches bei denen man verschiedene Wegpunkte anläuft. An einem Wegpunkt angekommen, muss man ein Rätsel lösen, um an die Koordinaten für den nächsten Wegpunkt zu kommen, bis die Koordinaten für den Final, also für das echte Versteck, feststehen.
Noch herausfordernder sind zum Beispiel die Mystery-Caches. Hier gibt es nur eine grobe Angabe zu den Koordinaten. Man muss die Umgebung ganz genau betrachten, um das Rätsel zum Cache zu lösen.
Ist der Schatz gefunden, hinterlässt man einen kurzen Eintrag im Logbuch des Caches. Bei kleineren Caches sind oft keine Stifte dabei, deswegen geht ein guter Cacher nie ohne Stift aus dem Haus.
Die fast zwei Millionen versteckten Caches werden laut der offiziellen Geocaching-Webseite weltweit rund acht Millionen mal im Monat gefunden. In Deutschland warten rund 300.000 Schätze drauf, gefunden zu werden. Es gibt also mehr heimliche Schatzsucher, als man denkt.
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