Kongress für die Tiere
der 6. Leipziger Tierärztekongress öffnet seine Pforten
Heilung für des Menschen besten Freund. Ab Donnerstag treffen sich Tierärzte zum Sechsten mal in Leipzig, um über ihr Fach zu sprechen. Der diesjährige Kongress steht unter dem Motto: »Macht die Rassenzucht Hunde und Katzen krank?«. Darum geht es auch beim Eröffnungsvortrag des Kongresses; gesprochen wird über die Überzüchtung von etwa Bulldoggen und Möpsen, die wegen ihrer verkürzten Nasen keine Luft mehr bekommen. Eine Operation ist oft notwendig, da sich eine Rückzüchtung der Tiere schwierig gestaltet.
»Das Problem, speziell beim Mops ist, dass sie genügend genetische Breite brauchen. Jeder Mensch hat seinen Erbgutschlüssel, jeder Hund hat seinen Erbgutschlüssel und durch sehr viel Inzucht im Laufe der letzten Jahrzehnte ist die Erbgutbasis immer kleiner geworden. Es gibt ganz viele Möpse, aber in Wirklichkeit entsprechen sie nur einer sehr geringen Zahl genetisch unterschiedlicher Tiere. Da jetzt zu suchen, wenn man so weit geschritten ist, so dass man wieder zur Gesundheit zurückzüchtet, ist bei manchen Rassen heute schon schwierig.« erklärt Prof. Dr. Oechtering, Direktor der Klinik für Kleintiere.
Mit neuen OP-Methoden wird den Tieren zu einer besseren Lebensqualität verholfen. Eine solche Operation hat allerdings auch ihre Kosten.
»Von diesen schweren Atemwegspatienten kann das bis über 3.000 Euro gehen. Das sind dann aber Patienten, die im ganz oberen Segment der Probleme sind und wo drei bis vier Organe in den Atemwegen völlig kaputt sind.« erklärt Prof. Dr. Oechtering, Direktor der Klinik für Kleintiere.
Der Kongress beschäftigt sich aber nicht nur mit den engsten Gefährten des Menschen, sondern auch mit Nutztieren wie den Pferden, Kühen oder Geflügel. Denn alles, was dem Tier nutzt, kommt letztendlich dem Menschen zugute, etwa die Beseitigung von Tierseuchen und die Verbesserung der Lebensumstände der Nutztiere für bessere Fleischqualität.
Die Kongresse der Tierärzte finden alle zwei Jahre statt und ziehen mittlerweile Ärzte aus ganz Europa an. Zur diesjährigen Veranstaltung kommen über 4000 Teilnehmer. Für Interessierte wird es ca. 400 Vorträge, Workshops und Kurse geben. Der gesamte Kongress dauert bis zum Samstag.
erklärt Prof. Dr. Oechtering Direktor der Klinik für Kleintiere.
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