Erinnerungen an NS-Opfer
neun neue Stolpersteine in der Stadt
Neue Stolpersteine in Leipzig. Am Freitag verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig gleich neun Stück dieser Steine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.
Drei Steine sind zukünftig vor der Nikolaistraße 31 zu finden. Mit ihnen wird Abraham und Golda Landsberg sowie ihrem damals 19 Jahre alten Sohn Jakob gedacht. Sie starben in den Jahren 1942 und 1943 durch den Massenmord in Auschwitz bzw. durch Zwangsarbeit. Das Besondere bei der Verlegung dieser Steine war die Anwesenheit einer verbliebenen Enkelin der Familie. Diese kam extra aus Israel und gedachten ihrer verstorbenen Verwandten.
»Gerade die Begegnung mit den Hinterbliebenen und deren Erzählen hat noch einmal eine ganz andere emotionale Komponente, als wenn man sich das Schicksal bloß auf dem Papier oder dem Bildschirm vergegenwärtigt«, sagte Michael Rausch vom Haus Steinstraße e.V..
Ein weiterer Stolperstein liegt nun vor der Humboldtraße 27 (ehemalige Nummer 29). Dieser erinnert an das Schicksal von Lea Chaja Meinhardt, welche ins Krakauer Ghetto abgeschoben wurde. Der Stein steht unter der Patenschaft von Sabine Sahin.
»Wir haben natürlich ein bisschen Ahnenforschung betrieben. Unser Großvater hatte hier gleich in der Gegend eine Gaststätte, die gegenüber vom Hauptbahnhof war. Wir sind dann auf die jüdischen Verwandten gekommen, die hier im damaligen sogenannten Judenviertel gewohnt haben. Darunter war auch die Lea Chaja Meinhardt«, so Sahin über den Grund für ihre Patenschaft.
Die Paten der Steine sind die Personen, die den Anreiz für neue Stolpersteine geben.
»Schülergruppen, Hinterbliebene und Paten für Steine recherchieren selbst oder geben Recherchen in Auftrag und so ist das wirklich wie eine Graswurzelbewegung. Die Leute beschäftigen sich mit dem Schicksal der Opfer und natürlich auch mit den Taten der Täter. Da bleibt die Geschichte dann auch lebendig. Gerade für uns hier in Deutschland ist es ganz wichtig, nicht zu vergessen, was unsere Vorfahren hier angerichtet haben«, erklärte Michael Rausch.
Die Idee zu den Stolpersteinen kam Gunter Demnig bereits in den 90er Jahren. Seit 2006 gibt es sie in Leipzig. Mit der Verlegung der neuen Stolpersteine am Freitag erinnern nun insgesamt 159 Steine an 81 verschiedenen Orten in der Stadt an die Opfer des Nationalsozialismus.
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