messehäuser

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Im 18. Jahrhundert stieß das Leipziger Messetreiben an seine räumlichen Grenzen. Die Buden auf dem Markt, die Gewölbe und Durchhöfe konnten die ständig steigende Zahl von Ausstellern und Produkten nicht mehr verkraften.

1893 erteilte die Stadt Leipzig den Auftrag zum Bau einer großen Ausstellungshalle. Schon 1894 fand hier die erste Herbstmustermesse statt; die offizielle Einweihung des "Städtischen Kaufhauses" folgte 1896. Fünf Jahre später, 1901, war der Bau des weltweit ersten Messehauses vollendet. Nun mussten ganze mittelalterliche Straßenzüge den neuen Messehäusern weichen. Bis Mitte der 1930er-Jahre wurden rund 30 Messehäuser und -paläste errichtet. In Folge der vergrößerten Raumkapazitäten stieg die Zahl der ausstellenden Branchen erheblich an. So verzeichnete der Messekalender für 1900 die Papiermesse, ab 1910 eine Sportartikel- und eine Kartonagenmesse. Ab 1913 gab es die Nahrungs- und Genussmittelmesse, ebenso erstmalig eine Internationale Baufach-Ausstellung sowie die Schuh- und Lederwarenmesse. Ein Jahr darauf öffnete die Bugra, die Internationale Ausstellung für Grafik und Buchgewerbe, ihre Tore. Nach dem 1. Weltkrieg folgte die Textilmesse. 1916 wurde das Leipziger Meßamt als Träger und Organisator der Messe gegründet.  

Die Struktur der ausgestellten Produkte brachte neue Platzprobleme mit sich. Weniger Konsumwaren auf der einen, mehr Maschinen, Werkzeuge und technische Güter auf der anderen Seite führten nach dem 1. Weltkrieg zu einer weiteren entscheidenden Neuerung. Ab 1920 entstand nahe des Völkerschlachtdenkmals die geräumige "Technische Messe". Bis 1928 wurden 17 Hallen mit insgesamt 130.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gebaut. So erlebte die Leipziger Messe in den 1920er-Jahren eine Blütezeit. Lyons Bürgermeister Edouard Herriot taufte sie voller Bewunderung und Respekt "Mutter aller Messen".

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