doppel-m

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Wer per Zug in Leipzig ankommt, wird schon aus der Ferne von einem überdimensionalen Doppel-M begrüßt. Auf dem 1970 erbauten Hochhaus Wintergartenstraße prangt in 95 Meter Höhe das weltweit bekannte Symbol der Leipziger Messe. Neun Meter Durchmesser misst der rotierende gelbe Kreis mit den zwei übereinandergestellten blauen "M". Geschaffen wurde das Logo im Jahr 1917 von dem Leipziger Grafiker Erich Gruner, der damals nicht ahnen konnte, dass er das wohl berühmteste Wahrzeichen der Messemetropole kreierte.  

Im Jahr 1895 hatte Leipzig eine neue, den Bedingungen der Industrie entsprechende Messeform - die Mustermesse - eingeführt. Zwanzig Jahre lang, von 1895 bis 1915, blieb Leipzigs Mustermesse einzigartig in der Welt. Im Februar 1917 beschloss das neu gegründete "Meßamt für die Mustermessen", ein einprägsamen Firmenzeichen zu entwickeln. Ökonomisch sollte es sein, sich bei Ausstellern und Besuchern leicht einprägen, Wiedererkennbarkeit garantieren und vor allem auch Sprachbarrieren überwinden. Alle organisatorischen, werblichen und kommerziellen Belange der Leipziger Messe sollten künftig darunter firmieren.  

Den Auftrag zur Entwicklung des Logos erhielt der junge Leipziger Grafiker Erich Gruner, der als künstlerischer Beirat im Messeamt wirkte. Nach knapp sieben Monaten - zur Herbstmesse 1917, mitten im ersten Weltkrieg - wurde das neue Markenzeichen erstmals öffentlich präsentiert. Gruner hatte in seiner ersten Fassung drei übereinanderstehende "M" gewählt, wobei er den Zwischenraum zwischen den beiden Initialen als dritten Buchstaben wertete. Jenes dritte "M", welches das Wort "Meßamt" verkörperte, geriet aber bald in Vergessenheit. Das Doppel-M indes wurde innerhalb kürzester Zeit weltweit bekannt. Bis heute prägt es als zentrales Gestaltungselement alle Werbematerialien, Publikationen und den gesamten Schriftverkehr der Leipziger Messe.  

Knapp 40 Jahre später, am 15. Mai 1956, wurde das Logo der Leipziger Messe in der Schweiz international registriert. Als eingetragenes Markenzeichen ist es seitdem in rund 60 Ländern der Welt geschützt. Aussteller und Partner der Messegesellschaft dürfen danach das Doppel-M nur in eindeutigem Bezug zur Leipziger Messe nutzen. Es darf nicht in zusätzliche Gestaltungen einbezogen werden, muss frei stehen und die festgesetzten Proportionen einhalten.  

Mode und Zeitgeschmack gingen dennoch nicht spurlos an dem markanten Symbol vorüber. So wurde die von Gruner bevorzugte klare und eingängige Formgebung um 1920 von einer verschnörkelten, dem Rokoko nachempfundenen Variante abgelöst. Auch zierendes Beiwerk wurde angefügt - beispielsweise ein wehendes Band oder der Schriftzug "Leipzig". In den 1960er-Jahren entstand schließlich die bis heute gültige schlichte und strenge Version des Messe-Symbols: das freistehende, hohe und schmale Doppel-M.  

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